Ein nicht zu übersehendes Merkmal meines Blogs ist das relativ groß dimensionierte Foto im Header. Ist ja schließlich auch ein Fotoblog.
Damit es auf Dauer nicht zu staubig wird, wechselt das Bild immer zu Monatsbeginn; das alte Foto wandert dann in die Kategorie “picture of the month”. In dieser neuen Rubrik werden dann immer nähere Informationen zur Entstehung des Bildes und evtl. auch mal die Out Of Camera Version erscheinen.
Der Zeitpunkt heute passt ganz gut, um gleich mal mit diesen Beiträgen zu starten:
Monat September 2010
Das Foto zeigt eine Brücke bei Nacht, die sich in einer Schlangenlinie über ein Flusstal erstreckt. Entdeckt habe ich das Motiv vor langer Zeit beim zufälligen Vorbeifahren. Der Ort selbst ist unweit meines Wohnortes zwischen Oberasbach und Bronnamberg. Bei einem Fotografen klingeln gleich die Glocken wenn er das sieht, denn in Sachen Bildgestaltung ist hier einiges an Potenzial verbaut.
Ich hatte das Bild also schon fertig im Kopf. Es galt aber, auf den richtigen Moment, sprich auf die richtige Jahreszeit zu warten. Bedingung war, dass während eines mäßigen Verkehrsaufkommens Dunkelheit herrschen musste. Die Voraussetzung hierfür ist bei abnehmendem abendlichen Berufsverkehr ideal. Es dürfen während der relativ langen Belichtungszeit von ca. 30 Sekunden nur ein oder zwei Fahrzeuge und nur in einer Richtung durchs Bild fahren. Man hat also kein wirklich großes Zeitfenster für optimale Bedingungen. Ein Foto, das viel Geduld erfordert. Der optimale Standpunkt musste auch erst mit Kameraequipment und Stativ erlaufen und erklettert werden. Außerdem ist die Kälte bei der Wartezeit von vielleicht 1 bis 2 Stunden auch nicht zu verachten.
Für das Bild brauchte ich zudem noch einen zweiten Anlauf, weil die optimale Situation hinsichtlich der durchfahrenden Autos nicht wirklich zustande kam.
Ihr seht schon, ein Foto, das nicht einfach mal so wegzuknipsen ist.
Monat August 2010
Bei dieser Aufnahme der London City Hall vom Queenswalk am Themseufer aus gesehen, wurde ich durch die Seite 1x.com inspiriert, wo mich ein ähnliches Bild beeindruckt hatte, das ich in einer anderen Variante selbst machen wollte. Ich nahm mir also vor, im Zuge meines nächsten Kinobesuches diese Gelegenheit wahrzunehmen – das Kino ist nicht weit weg von der London City Hall. (Anm.: Nicht wundern, ich gehe nur in London ins Kino, aber nicht sehr oft, nur 3 bis 4 mal pro Jahr.)
Die Szene hatte die üblichen starken Kontraste zwischen Himmel und Vordergrund weshalb ich nach Histogramm fotografiert habe, um die Zeichnung in den hellen Bereichen nicht zu verlieren. Das größte Probleme allerdings waren die vielen Menschen, die an diesem freundlichen Spätsommertag unterwegs waren und die Security der Cityhall selbst, die mich wieder mal ohne Genehmigung nicht mit Stativ fotografieren lassen wollte und mich verjagt hat. Das ewige alte Argument eben, dass sie zwar nichts gegen Schnappschüsse von Knipsern haben, aber die Sachlage bei professionellem Fotoequipment eine ganz andere sei.
Nun ja, ich hab die Aufnahme dann eben aus der Hand gemacht, und noch so einiges an Menschen und Hintergrundbebauung entfernt.
Die durch die starken Kontraste der Schwarz-/Weiß-Bearbeitung entstandene Dramatik, die menschenleere sterile Szene und der teilweise surreale Himmel ist dabei durchaus Absicht.
